Pressebericht TAH 30.03.2026
Abi Wallenstein und Co. begeistern Blues-Fans
Blues auf höchstem Niveau im Jazz-Club Holzminden:
Volles Haus beim 12. Weserbergland-Bluesfestival
VON JÜRGEN BOMMER
HOLZMINDEN. Bereits zum zwölften' Mal hatte der JazzClub Holzminden zu seinem traditionellen Weserbergland Blues-Festival nach Holzminden eingeladen. Und damit wieder einmal voll ins Schwarze getroffen. Zwei Abende, vier herausragende Bands in Bestform und ein begeisterungsfähiges Publikum: Das Festival erwies sich emeut als voller Erfolg. Allen voran die lebende Blues-Legende Abi Wallenstein begeisterte mit vier hochkarätigen Vertretern der Szene mit einem facettenreichen Programm. Von mitreißendem Boogie über swingende Rhythmen und Jive bis hin zum kraftvollen Texas Blues ging es durch nahezu alle Stilrichtungen des Genres. Die Konzerte waren an beiden Abenden restlos ausverkauft und sorgten für eine Atmosphäre, die bei den Bluesfreunden noch lange nachhallen wird.
Fulminanter Eröffnungsabend
Bereits zur Eröffnung am Freitagabend zeigte sich das große Publikumsinteresse an der zwölften Auflage des Blues
-Festivals. Lange vor Beginn des ersten Gigs war der Jazz-Club bestens gefüllt - und das war auch gut so. Denn die vierköpfige Bluesband „Pick up the Harp” startete vom ersten Stück an fulminant. Mit „Get what you Deserve” zeigten die vier Musiker gleich von Anfang an ihre musikalische Klasse und bewiesen damit eindrucksvoll, dass sie der richtige Opener für das Festival sind.
Frontmann Markus Knab drückte dabei mit seiner sonoren Stimme und seinem brillanten Spiel auf der Slidegitarre den Kompositionen seinen Stempel auf. Doch auch Alexander Sessler am Piano, Horst Andree am Bass und Jonathan Zacharias an den Drums bekamen für ihre Soloeinlagen immer wieder spontanen Applaus des Publikums.
Musikalische Highlights dabei: „On My Way Home”, „Mr. Shoeshine” und „Steady Rollin' Man'”, bei denen sich die Slidegitarre mit dem Piano in der Dominanz abwechselten.
Und es kam für Musiker und Publikum noch besser. Da der Band, trotz ihres Namens, ein Harmonikaspieler fehlte, gesellte sich kurzerhand Dr. Bertram Becher von den „Boogielicious” dazu und gab den folgenden Songs den letzten Kick.
Und zu guter Letzt ließ es sich auch der Grandseigneur des Blues, Abi Wallenstein, nicht nehmen, die letzten zwei Songs der schwäbischen Bluesmusiker zu begleiten, „Was die Jungs hier präsentiert haben, ist Blues auf ganz hohem Niveau”, lobte Wallenstein die Band. Und auch für sie war der gemeinsame Gig ein großartiges Erlebnis. „Wir sind total hin und weg, dass wir mit dieser Blues-Legende gemeinsam spielen durften”, so Alexander Sessler von „Pick up the Harp“.
Durch dieses großartige Finale des ersten Programmpunktes stieg natürlich die Erwartungshaltung des Publikums. Abi Wallenstein, die vielfach preisgekrönte deutsche Blues-Legende, gemeinsam mit dem im Jazz-Club bestens bekannten deutsch-niederländischen Blues—Trio „Boogielicious”, ließ Blues vom Feinsten erwarten. Und diese Erwartungen wurden nicht enttäuscht. Ohne Bass, dafür von Anfang an von einem vor Spiellaune nur so strotzenden Bertram Becher an der Mundharmonika, ließ es die Band ordentlich krachen.
Alle Musiker mit „Kiss” auf der Bühne
Und Abi Wallenstein, wie sollte es auch anders sein, trug seinen Teil dazu bei. Er schien förmlich mit seiner Gitarre verwachsen. Jeder Riff, egal ob schnell oder sanft, erfolgte intuitiv. Genauso, wie es seine Fans seit Jahrzehnten lieben. Und musikalisch ist der mittlerweile Achtzigjährige immer noch so breit gefächert aufgestellt wie eh und je. Seine Klassiker wie „Mojo Boogie” und „Shake your Boogie” standen an diesem Abend ebenso auf dem Programm, wie die Coversongs „Down by the Riverside” und „Honky Tonk Woman”. Überragend dabei der Mann am Piano, Eeco Rijken Rapp, der mit seinen Soloparts immer wieder - spontanen - Applaus ‚ erntete.
Das Finale des ersten Tages bildete dann ein Cover des sowohl von Prince als auch von Tom Jones gesungenen „Kiss”. Alle Musiker des Abends auf einer Bühne und ein Publikum, das begeistert mitsang. Mehr ging an diesem ersten Abend nicht.
Großes Finale vor vollem Haus
Der zweite Tag stand dem ersten in kaum etwas nach. Mit „Tscheky & the Blues Kings” und „Powerhouse Blues Roots Trio” präsentierte das Team des Jazz Clubs zwei weitere Top-Acts. Erstere mehr im German Blues beheimatet, entführte der zweite Act .des Abends die Zuhörer in den Süden der Vereinigten Staaten.
Und auch an diesem Abend gab es vor vollem Haus ein großes Finale mit allen beteiligten Musikern.
Insgesamt ist der Jazz-Club auch bei der zwölften Auflage seines traditionellen Blues-Festivals seinem Ruf als musikalisches Juwel im Weserbergland gerecht geworden.
