Pressebericht TAH vom 19.07.2018

Südamerika grüßt Holzminden

„Auf ihrer Europatournee gastierte am Freitag, 13. Juli Emilio Garcia mit seinem Sagare-Trio direkt aus Berlin kommend wieder einmal im Jazz-Club Holzminden.

Holzminden. Bereits vor 6 Jahren hatte der Gitarrenvirtuose aus Santiago de Chile das Holzmindener Publikum mit seinem Ultrablues begeistert. Seitdem seine erneuten Tourpläne bekannt wurden, war es klar, daß er wieder auf der Bühne im alten Bahnhof stehen musste.


Mit Instrumentalnummern, wie „Tren a Berlin“ und „Ultrablues“ aus der Feder des Bandleaders ging es dynamisch los, und sofort hatte der Latinrhythmus das Publikum im Griff. Da eine Krankheitswelle (in Chile ist es jetzt Winter) auch die Band nicht verschont hatte, musste der Mandolinist Antonio Pelucci durch den in Malaga aufgewachsenen Violinisten Sebastian Peszko ersetzt werden. Brillant stellte dieser die Themen vor, begleitet von dezenten Fingepicking-Gitarrenakkorden, dann aber abgelöst von furiosen Gitarrensoli, wie man das von Emilio Garcia gewohnt ist. Und daraufgesetzt dann noch ein Geigensolo, stilistisch erinnernd an Joe Venutti und den Sintiswing.

Danach wurde die Band ergänzt durch die Sängerin Luise Bestehorn, die die ebenfalls erkrankte Annika Sesterhenn bestens ersetzte. Nicht nur, daß sie unterhaltsam durch das Programm führte, sondern durch ihre Interpretationen und ihre Ausdrucksweise der musikalischen Weltliteratur in fast allen Sprachen dieser Weltkonnte konnte sie das Publikum sofort von den Stühlen reißen. So konnte man dann lernen, daß auch der Jazzstandard „Petite Fleur“ von Sidney Bechet einen wunderbaren französischen Text hat, den sie gefühlvoll vortrug.

Danach wurde das Programm wieder durch einige Instrumentaltitel aufgelockert. Hier brillierte immer wieder der Bandleader mit unfassbaren Akkordfolgen und seinen bekannten, technisch ausgereiften Gitarrensoli. Aber auch der 2. Gitarrist Rodrigo Santa-Maria, aus dessen Feder auch etliche Lieder stammten, tat sich neben der rhythmischen Begleitung auch als professioneller Solist hervor und trug so zu einem umfassend herrlichen Klangerlebnis bei.
Zum Ende dieses wieder einmal einzigartigen Konzerts erklatschte das phantastische Publikum mit stehenden Ovationen 3 Zugaben, die gern gegeben wurden, und bei Titeln, wie „Bei mir biste scheen“ kam dann auch noch der deutsche Swing als Ergänzung zur Latinmusik zu Wort.