Pressebericht JCH 14.6.2026

Volles Haus für „Muddy What?“ und ihren Blues

Münchener Trio begeistert wieder die Fans

Genauso gut wie vor zwei Jahren, oder gar noch besser? Diese Frage musste jeder für sich selbst beantworten. Das Blues-Trio, unterwegs zwischen Oslo, Leverkusen, Erding und Verdun, hat bei seinem zweiten Konzert in Holzminden vorrangig Eigenkompositionen gespielt, so auch den namengebenden Titel „Neon Soul“ des neuesten Albums. Ihr „New Blues“ wurzelt zwar auf dem System der 12 Takte, wächst aber oft darüber hinaus oder sucht sich Nebengleise. Rascher Blues, vom Bossa Nova inspirierte Interpretationen und Blues-Rock stehen neben eigenwilligen Coverversionen, wie etwa beim Song „The lonesome death of Hattie Carroll“ von Bob Dylan.

Mit einer energiegeladenen, leicht abgedrehten Bühnenshow, mit dem virtuosen Spiel auf ihrer marshmellow-rosa, mit Strass besetzten Gitarre und der Mandoline für die filigranen Töne hat besonders Ina Spang das Publikum begeistert. Ihr Bruder Fabian Spang an der Gitarre ließ sich oft von ihr mitreißen und verlieh mit seiner betont coolen, aber sehr wandlungsfähigen Stimme den Texten die nötige Aussagekraft. Wie im Blues üblich waren es oft Geschichten erzählende Songs, so der Titelsong des Albums von 2022 „Spider legs“ – nicht Spinnenphobie soll gefördert werden, vielmehr wird von einem Teufelsgeiger erzählt, bei dessen nächtlichem Spiel die Finger wie Spinnenbeine über den Geigenhals huschen. Auch „Letters on a line“ zählt zu den erzählenden Songs – es trocknen da einige Liebesbriefe auf der Wäscheleine. Beim Blues-Rock konnte Manfred Mildenberger sein gesamtes Arsenal an klangerzeugenden Objekten einsetzen, Rasseln, Glocken, Schellenkranz und natürlich alle Elemente des Schlagzeugs.

Das Publikum war schlicht hin und weg, klatschte rhythmisch mit, applaudierte lange und begeistert. Muddy Waters, der 1983 verstorbene amerikanische Bluesmusiker, hätte der jungen Band, die mit seinem Namen spielt, sicher auch Beifall gespendet. Als Zugabe präsentierte das Trio „Honky Tonk Woman“ von den Stones, es klang teils sehr traditionell, teils frisch interpretiert. Und zum Schluss dreht das Trio spielend noch eine Runde durch den Saal, in engem Kontakt mit den Fans.

Beim nächsten Konzert am 10. Juli ab 20.00 Uhr spielt „Chris B. & Band“ Songs zwischen Bluestradition und Urban Groove.

Außer der Reihe findet noch am Sonntag, 21. Juni ab 20 Uhr ein Konzert statt. Carla Ahad, die Indie Singer und Songwriterin und ihre Band treten nach einem Übungswochenende im Weserbergland mit „CARLA und der SOMMER kommt“ im alten Bahnhof auf.